Ortsverein ‚Elpe‘

Am 5. Dezember 1969 wurde in Elpe, einer damals noch selbständigen Gemeinde im Altkreis Brilon, ein SPD Ortsverein gegründet. Er bestand zunächst aus 24 Mitgliedern. Seit Beginn der 60er Jahre gab es in Elpe neben der CDU Ortsunion auch eine FreieWählergemeinschaft (FWG). Diese FWG wurde mit dem Ziel gegründet, dem Wähler bei Kommunalwahlen die Möglichkeit zu geben, unter den Bewerbern von mehreren Parteien bzw. Listen auswählen zu können. Dieser Freien Wählergemeinschaft gelang es im Jahre 1961 auf Anhieb, drei von sechs Gemeinderatsmandaten zu erringen und in dieser Periode den Bürgermeister zu stellen. Im Laufe der kommenden Jahre zeigte sich jedoch, dass diese Wählergemeinschaft völlig auf sich gestellt war und ihr die Unterstützung von „höherer Ebene“ fehlte. Ab 1966 gab es dann auch Bürger der damaligen Gemeinde Elpe, die Mitglieder des SPD Ortsvereins Brilon waren.

In den darauffolgenden Jahren, besonders nach der Wahl von Gustav Heinemann zum
Bundespräsidenten, traten immer mehr Bürger, vor allem der Freien Wählergemeinschaft, in die SPD ein, so dass der Ortsverein Elpe / Heinrichsdorf bei seiner Gründung 24 Mitglieder hatte.
Bei der unmittelbar vorausgegangenen Kommunalwahl am 9. November 1969 gab es in
Elpe / Heinrichsdorf folgendes Ergebnis: CDU: 3 Mandate, SPD: 3 Mandate, Zentrum: 1 Mandat. SPD und Zentrum bildeten eine Koalition. Bürgermeister wurde für 1 ½ Jahre Paul Hennecke vom Zentrum; danach, bis zum Ende der Legislaturperiode, Willy Judith von der SPD.

Das Leben des jungen SPD Ortsvereins war in seinen Anfangsjahren von Aufbruchstimmung geprägt, die im Jahre 1972 einen Höhepunkt erreichte, als bei der vorgezogenen Bundestagswahl – nach dem Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt – die SPD erstmals nach 1949 stärkste Fraktion wurde.

Es herrschte im Ortsverein Elpe / Heinrichsdorf ein reges politisches Leben, das vor allem in den guten besuchten Versammlungen und Veranstaltungen zum Ausdruck kam. In den ersten Jahren nach der Gründung leitete Willy Rohmann aus Heinrichsdorf den SPD Ortsverein, und zwar von 1969 bis 1974 und dann noch einmal von 1980 bis 1983. Er hatte ein offenes Ohr für die
Anliegen der Menschen. In der Zeit von 1974 bis 1977 und von 1983 bis kurz vor seinem Tode 1990 stand Hubert Balkenhol an der Spitze des SPD Ortsvereins. Von 1977 bis 1980 übernahm Günther Neumann die Leitung, der sich besonders um in der Öffentlichkeitsarbeit engagierte und u.a. das Informationsblatt „Dat Niggeste“ herausgab. Hubert Balkenhol übte über viele Jahre verschiedene Funktionen in der Partei aus und war mehrere Perioden lang als sachkundiger Bürger im Bau- und Wegeausschuss der Stadt Olsberg tätig. Er hat sich immer völlig uneigennützig und beispielhaft für die SPD Partei eingesetzt und Vorbildliches für seine Mitmenschen geleistet. In Elpe war ihm u.a. die Pflege und Instandhaltung der Freizeitanlage „Liemecke“ unterhalb des ehemaligen Skihanges und späteren Drachenflug- und Gleitschirmhanges ein Herzensanliegen.

Der SPD Ortsverein Elpe / Heinrichsdorf hat großen Wert darauf gelegt, dass sich die Bildungsarbeit nicht auf die Durchführung von Veranstaltungen auf Ortsebene oder die Teilnahme an Diskussionen auf Kreis- oder Unterbezirksebene beschränkte. Stattdessen nahmen regelmäßig Mitglieder an den Seminaren der Friedrich-Ebert-Stiftung teil. Auch das gesellige Leben kam dabei nicht zu kurz. Zu den Abgeordneten pflegte der SPD Ortsverein guten Kontakt. So hat Franz Müntefering viele Male den Ortsverein besucht und beim 25-jährigen Jubiläum die Festansprache gehalten. Auch Dagmar Schmidt, MdB, und der Landtagsabgeordnete Dr. Karsten Rudolph waren in diesen Jahren häufig zu Gast. Die Europaabgeordnete Birgit Sippel hat anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Ortsvereins die Festansprache gehalten.

Seit Beginn des Bestehens hat der Ortsverein viele, teils mehrtägige Fahrten unternommen, die immer guten Zuspruch erhielten und die hier nicht alle aufgeführt werden können. Herausragend waren die Berlinfahrten und eine Reise in die ungarische Metropole Budapest. Diese Fahrten beinhalteten nicht nur herausragende Sehenswürdigkeiten und viel Wissenswertes, sondern dienten auch der Pflege der Gemeinschaft und Geselligkeit.

Aus unterschiedlichen Gründen gab es dann in der Zeit nach 1990 mehrere Wechsel im Amt des ersten Vorsitzenden: Von Bruno Henneke über Inge Faber, Jürgen Westphal, Willy Judith bis Günther Neumann. Seit 2008 übt Peter Bender das Amt des ersten Vorsitzenden aus.

Schließlich soll politische Arbeit auch ihren Niederschlag in Wahlergebnissen finden. Bei der ersten Kommunalwahl in Elpe und Heinrichsdorf nach der kommunalen Neugliederung, also der
„Eingemeindung in die Stadt Olsberg“ und auch bei der Kommunalwahl 1979 errang die CDU die
Mehrheit und stellte den Ortsvorsteher. Das änderte sich im Jahre 1984, als die SPD in Elpe /
Heinrichsdorf erstmalig die absolute Mehrheit errang. Willy Judith erhielt das Direktmandat und wurde Ortsvorsteher. Das wiederholte sich dann bei den kommenden Wahlen mit Ausnahme bei derWahl 1999, als die CDU hauchdünn – mit 3 Stimmen – siegte.

Bei der Wahl 2004 erhielt die SPD sogar über 50 Stimmen mehr als die CDU. Im Jahre 2009 kandidierte Helmut Kreutzmann jun. im Wahlkreis Elpe / Heinrichsdorf für die SPD und errang ebenfalls das Direktmandat. Willy Judith wurde erneut zum Ortsvorsteher gewählt.