Ortsverein ‚Elleringhausen/Bruchhausen‘

Die Gründung

Bei den Wahlen zwischen 1975 und 1980 hat die SPD in Bruchhausen und Elleringhausen stetig
Stimmengewinne verbuchen können. Die Kommunalwahlen im Herbst 1979 bescherten der SPD mitihren Kandidaten Heinz Hanke und Friedhelm Becker in Elleringhausen mit 35,5 % (zum Vergleich 1975:25,3 %) ein sehr gutes Ergebnis. Da in diesen Jahren der Bundesvorstand in Bonn und derUnterbezirksvorstand des HSK ausdrücklich die Neugründung von Ortsvereinen empfahlen (sofern“lebensfähig“), wurde die Gründung eines eigenen Ortsvereins in den Dörfern an den Bruchhauser Steinen erörtert. Am 25. März 1975 war es soweit. Im Hotel ‚Haus Keuthen’ fand die Gründungsversammlung des SPD Ortsvereins statt. Neben Franz Müntefering, damals schon MdB, waren mehr als 50 Mitglieder und Freunde der SPD gekommen.

Die Anfänge des Ortsvereins 1980 bis 1990

Das Jahr 1980 war auch in Bruchhausen und Elleringhausen geprägt von den Landtagswahlen im Frühjahr und dem harten Bundestagswahlkampf im Herbst („Schmidt gegen Strauss“ oder „Freiheit statt Sozialismus“, so die verschärfte bayerische Variante des CDU-Slogans).
Bei beiden Wahlen wurden für die SPD in den Dörfern an den Steinen Gewinne verzeichnet, die sich sehen lassen konnten. Mit Heinz Hanke stellte der junge Ortsverein seit 1979 den dritten stellv. Bürgermeister der Stadt Olsberg. Ab 1984 wurde Hanke zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters; von 1989 bis 1994 bekleidete er den Posten des ersten stellv. Bürgermeisters.

MdB Franz Müntefering war nicht nur Gastredner bei einer Wahlkampfversammlung am 2. September 1980. Auch zu vielen anderen Veranstaltungen des SPD Ortsvereins erschien Müntefering trotz seines vollen Terminkalenders regelmäßig und referierte auf seine charismatische Art zu politischen Themen. In späteren Jahren waren auch Jochen Westermann, MdL, sowie Dagmar Schmidt, MdB, regelmäßige Gäste des Ortsvereins.

Zu den wichtigen lokalpolitischen Aufgaben gehörten in den 80er Jahren die Weiterentwicklung der Infrastruktur (z.B. in Elleringhausen die Bebauung ‚am Heck’ und die Straße zum Limberg), der Ausbau des Tourismus im Gierskopptal und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Stadtgebiet. Neben den politischen Aktivitäten legte der Ortsverein großen Wert auf kulturelle Veranstaltungen. Die regelmäßigen Fahrten zu attraktiven Zielen sollten eine gute Tradition begründen.
Die Mitgliederzahl wuchsen in den 80er Jahren auf 40, und bei den Wahlen wurden stetig Zugewinne erzielt. Das gute Abschneiden der SPD in Elleringhausen und Bruchhausen bei den Kommunalwahlen 1989 hat der Ratsfraktion in der Stadt Olsberg dann ein zusätzliches Mandat eingebracht.

Das zweite Jahrzehnt

Auf der Jahreshauptversammlung 1994 teilte Hanke seinen Entschluss mit, nach 25 Jahren bei den Kommunalwahlen nicht mehr für den Stadtrat zu kandidieren. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Friedhelm Becker gewählt. Nach 18 Jahren Vorsitz wünschte sich Hanke dann 1998 einen Generationenwechsel und kandidierte nicht mehr. Heinz Hanke wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1999 bekamen Bruchhausen und Elleringhausen wegen der Erweiterung des Stadtrats je einen zweiten Wahlbezirk. Das Projekt „Stiftung Naturschutzgebiet Bruchhauser Steine“ sowie die Ansiedlung der Speditionsfirma Driller in Bruchhausen und die daraus entstehenden Auswirkungen waren Themen, die die Menschen und insbesondere die SPD in dieser Zeit engagiert diskutierten.

Ins neue Jahrtausend

Nach der für die SPD erfolgreichen Bundestagswahl 1998 stellte die SPD mit Gerhard Schröder nach 16 Jahren wieder den Kanzler. Aber der in der Kohl-Zeit angesammelte Reformstau (u.a. die nicht erfolgten Strukturreformen bei der Wiedervereinigung) führte zu der Notwendigkeit, mit der Agenda 2010, den Arbeitsmarktreformen und der Rente mit 67 massive sozialpolitische Einschnitte vorzunehmen, die von vielen Sozialdemokraten als zu hart angesehen wurden. Diese Stimmung blieb auch in den Ortsvereinen nicht ohne Auswirkung.

Bundesweit sanken die Mitgliederzahlen der Partei auf ein Rekordtief. Auch im Ortsverein
Elleringhausen-Bruchhausen ging die Zahl der aktiven Sozialdemokraten zurück – neben dem
altersbedingten Rückzüg ins Private war die Abwanderung zu Bildungszwecken der Hauptgrund für den Rückgang der Mitgliederzahlen. Aber es gab auch Austritte wegen der Agenda 2010 bis hin zum Vorsitzenden des OV. 2004 wurde Christoph Srajek als Nachfolger von Karl Kempen zum ersten Vorsitzenden gewählt. Peter Guntermann wurde sein Stellvertreter.

Die ersten Erfolge dieses Neuanfangs konnte der Ortsverein bei den Kommunalwahlen 2004 verbuchen. Im Wahlbezirk Elleringhausen gewann Srajek 5,4 % mehr Stimmen als noch 1999. In Bruchhausen konnte Guntermann einen Zuwachs von 10,7 % gegenüber der letzten Kommunalwahl verzeichnen.

Auf der Jahreshauptversammlung 2010 wurde Ferdi Wiegelmann als neuer Vorsitzender gewählt. Er hatte bei der Kommunalwahl 2009 im gemeinsamen Wahlbezirk Bruchhausen / Elleringhausen unerwartet hohe 39 % der Stimmen für die SPD geholt. Am 2. März 2012 wurde Wiegelmann dann zum Vorsitzenden des SPD Stadtverbandes Olsberg gewählt. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Wegen der Auflösung des NRW-Landtags wurden für den 13. Mai 2012 kurzfristig Landtagswahlen angesetzt. Am 29. März 2012 fand in der Schützenhalle Bruchhausen für die Landtagswahlbezirke 124 und 125 die Konferenz der Wahlkreisdelegierten statt, bei der Wiegelmann von den Delegierten des HSK einstimmig gewählt wurde. Bei der NRW-Landtagswahl am 13. Mai 2012 erreichte Ferdi Wiegelmann mit 33,1% ein für die SPD im Hochsauerland mehr als respektables Ergebnis.

Die lokalpolitischen Themen dieser Jahre waren der seit langem geforderte Radweg durch das
Gierskopptal nach Olsberg, das Dorfmarketing, die Ortseinfahrt, ein neuer Flächennutzungsplan, die Schließung des Olsberger Krankenhauses, die Umgehungsstraße, das neue städtische Schwimmbad (und seine Wirtschaftlichkeit) sowie der Sporthallenneubau in Olsberg. Die aktuellen Themen sind geprägt durch den demographischen Wandel, also den massiven Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum, vor allem durch Bildungsmigration. Auch Fachthemen wie die schwierige Haushaltslage und alle damit verbundenen Diskussionen wie die Frage des Stromnetzkaufs, für den die Stadt zumindest haften muss, stehen im Zentrum der politischen Diskussion.

Eine Bereicherung für das kulturelle und politische Leben in den Dörfern unter den Steinen war
immer das „Symposium“. Von dem SPD-Ortsverein organisiert, finden unter dieser Reihe Vorträge und Diskussionen zu interessanten Themen aus Politik, Wirtschaft, Religion und Geschichte statt, immer zu Themen, die ‚über den Tellerrand hinaus‘ reichen sollen. Dazu werden Experten eingeladen, die ihr Wissen einbringen und zu anregenden Gesprächen motivieren. Auch Dr. Karsten Rudolph, MdL, und Vorsitzender des SPD Unterbezirks HSK, kommt – wie auch Rudolf Przygoda, Vorsitzender der SPD Ratsfraktion – regelmäßig als Gast und Referent zu den Veranstaltungen des OV und den Jahreshauptversammlungen. Geselliger Höhepunkt 2011 war die Wanderung ‚Die Roten auf dem Rothaarsteig’ mit 150 Genossen, die unter Führung von Franz Müntefering von Bruchhausen nach Brilon gewandert sind, vom Dorf am Langenberg ‚mit dem höchsten Berg in NRW’, was die Teilnehmer aus Winterberg mit Schmunzeln akzeptierten.

Bei der Arbeit ‚vor Ort’ leisten ortsansässige Sozialdemokraten ihren Beitrag – sei es durch gute Ideen und Anregungen oder vor allem durch tatkräftigeMitarbeit. Das bezieht sich nicht allein auf die Arbeit in der Partei oder im Stadtrat, sondern auch auf das ehrenamtliche Engagement in verschiedenen örtlichen Organisationen, Vereinen, Kirchen, Bürgerinitiativen, am Arbeitsplatz, bei den Sozialpartnern und nicht zuletzt in der Nachbarschaft und Freundeskreisen.

Weitere Informationen zum Ortsverein

Vorstand des Orstvereins 2010